
Beitrag von: Daniel, DN9MD
Aus dem Bestand von Uwe, DF1UWE, erhielten wir unter anderem ein defektes AAG 100. Schloß man es an einen LLV 100 an, flog beim Einschalten sofort eine Sicherung. Diese zu wechseln ist etwas aufwendiger.
Kürzlich hatte ich ein glückliches Händchen bei einem bekannten Kleinanzeigen-Portal: Dort verkaufte jemand aus Nachlaß diverse Amateurfunk-Eigenbauten, ohne deren Funktion zu kennen. Ich konnte bei diesem Gerät auch nur vermuten, wozu es dienen könnte, und hatte recht: Es handelte sich tatsächlich um ein externes Steuergerät für das AAG 100. Damit kann man das AAG 100 an jedem beliebigen Kurzwellen-TRX betreiben. Notwendig sind nur ca. 10 W HF-Leistung sowie ein Gerät, das die erforderlichen Spannungen (Stromversorgung, Bandwahl und Takt) an das AAG sendet und das Abstimmergebnis anzeigt – genau, was mit diesem schönen Gerät zu bewerkstelligen war.

Somit konnte unser Versuchsaufbau zur Fehlersuche fortan etwas kompakter ausfallen, denn in diesem Eigenbau-Steuergerät war die Sicherung schneller zu wechseln. Ein ESS 100, ein LLV 100 und ein NG 100 (bzw. GW 100) waren nun für die Diagnostik des AAG nicht mehr erforderlich, auch die Verkabelung entfiel.
Dirk, Lisa Sven, Andreas und ich versuchten, den Fehler im AAG einzukreisen, tauschten die komplette Logik-Enheit, prüften den Schaltregler auf Funktion und landeten letztendlich bei der Platine für die Temperaturüberwachung.

Wir trennten an verschiedenen Stellen die Schaltung zum Messen auf, tauschten zwei Elkos, aber fanden den Fehler nicht. Leider kommt man nicht all zu weit, wenn man versucht, die Temperaturüberwachung mittels externem Netzteil (22 V) mit Strombegrenzung zu betreiben, denn ohne Zerhackertakt (TTL-Pegel, ca. 430 – 480 Hz) arbeitet die Schaltung nicht. An dieser Stelle wieder mein ganz besonderer Dank an Jörg, DL3TO, für den Hinweis! Leider konnte ich mit meinem Pocket-Oszilloskop entweder messen oder einen Takt generieren, womit die externe Beschaltung (und gleichzeitige Messung) nicht möglich war. Also blieb nur ein anderer Weg: einzeln die verdächtigen Bauteile auslöten und messen. Dabei wurden zwei weitere defekte Elkos und letztendlich der defekte NPN-Transistor V03 = SF-128 D gefunden und ausgetauscht.


Eine anschließende Funktionsprobe verlief erfolgreich, und die Gruppe FUNK-AKTIV.de freut sich über ein weiteres, einsatzbereites Gerät.

