Reparatur eines SEG-15D

SEG-15D

Beitrag von: Daniel, DN9MD

Vor einigen Wochen hat Uwe, DF1UWE, freundlicherweise der Gruppe FUNK-AKTIV einen riesigen Berg erhaltenswerter Funktechnik überlassen. Darunter waren auch 2 Stück SEG-15D, beide mit unterschiedlichen Defekten. Bei diesem hier funktionierte augenscheinlich erst einmal gar nichts außer der Skalenbeleuchtung beim Abstimmen. Ich öffnete das Gerät und stellte recht schnell eine defekte Feinsicherung F1 (400 mA flink), fest. Eine neue Sicherung wurde eingesetzt und brannte beim erneuten Einschalten sofort wieder durch.

Ein Blick in den Schaltplan gab nähere Auskunft: Die Feinsicherung schützt den Schaltregler, der aus der dem Gerät zugeführten Gleichspannung von 24 V eine intern benötogte Gleichsspannung von 5 V erzeugt. Kurzerhand habe ich daraufhin das Kabel am +5V-Ausgang des Schaltreglers abgelötet, um zu testen, ob es am Regler selbst oder an den von ihm versorgten Komponenten liegt. Sicherung Nummer zwei brannte durch, also baute ich den Schaltregler aus, um mir sein Inneres einmal anzusehen. Leider war hier nichts offensichtlich defekt – keine Schmauchspuren, keine unterbrochenen Leiterbahnen.

Es war Zeit, mir etwas Hilfe zu holen, und so wandte ich mich an Jörg, DL3TO, der uns schon öfter mit seinem immensen Wissen rund um die RFT-Funktechnik helfen konnte. Weil der Schaltregler nun schon einmal ausgebaut war und der Vorrat an Sicherungen nicht endlos ist, wurde der Schaltregler an ein Labornetzteil mit regelbarer Stromstärke angeschlossen und ausgangsseitig mit einem Drahtwiderstand (50 Ohm, 4 Watt) belastet. Unter Jörgs Beobachtung per WhatsApp-Videokonferenz lötete ich zuerst alle vier gegen Masse geschaltete Kondensatoren einseitig aus und prüfte ihre Kapazität. Auch der Leistungstransistor KU601 und der ihm vorgeschaltete Transistor SF818D wurden ausgelötet und überprüft, jedoch funktionierten beide – blieben eigentlich nur noch der Spannungsregler-IC MAA723 und der Thyristor ST103/1 als Fehlerquelle übrig. Natürlich lötet man lieber einen Thyristor mit drei Anschlüssen von der Platine, als einen Schaltkreis mit zehn Beinchen – zum Glück, denn der ST103/1 entpuppte sich als Übeltäter. Erfreulicherweise gab die SEG-100D-Ersatzteilkiste noch einen solchen Thyristor her. Dieser wurde eingesetzt, danach wurden zur Probe langsam die Stromstärke und Spannung am Labornetzgerät bis zu den Nennwerten erhöht. Da keine Auffäligkeiten auftraten, setzte ich den Spannungsregler wieder ins Gerät ein. Danach führte ich eine Funktionsprobe durch – alles lief!

Da das Gerät nun schon mal offen war, führte ich gleich noch die Clarifier-Modifikation durch, damit man auch aßerhalb des 1-kHz-Rasters auf „krummen“ Frequenzen senden kann. Dann reinigte ich gleich noch den Schalter am Variometer, insbesondere seine Kontakte. Anschließend wurde noch die Achse des Variometers mit einem Hauch Instrumentenfett benetzt, ebenso die zuvor gereinigte Halterung der Soffittenlampe. Zum Schluß habe ich das Gerät äußerlich gereinigt und ihm noch vier neue Abdeckkappen aus dem 3D-Drucker für die frontseitigen Anschlüsse spendiert. Nun wartet das SEG-15D auf seinen Einsatz bei uns.

An dieser Stelle noch einmal großen Dank an Jörg, DL3TO; durch ihn habe ich einmal mehr viel dazugelernt!

Nachtrag von: Andreas, DH1GSD

Das reparierte SEG-15D wurde von mir in der Military-Radio-Runde (MRR) an der ZS6BKW der Klubstation DL0MGD erprobt. Die Anpassung per Variometer war ohne Schwierigkeiten im 80-m-Band möglich. Durch die Bank weg gab es gute Rapporte für die eingesetzen „leisen“ 15 W Sendeleistung. Die Sendemodulation mit dem klassischen HS60-basierten Handmikrofon wurde von den Rundenteilnehmern gleich erkannt und für gut befunden. Empfangston und Frequenzstabilität konnte ich selbst nicht beanstanden, es hat alles hervorragend geklappt.

Das SEG-15D freut sich darauf, im Sommer als echte Portabelstation aktiviert zu werden – ein Gleichspannungswandler für den Betrieb aus einem Bleigelakku (12 V, 24Ah) ist passend vorhanden. Neben der Stabantenne soll auch testweise der λ/4-Dipol für das 40-m-Band zum Einsatz kommen.

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